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Stehkragenhemden

Zurück zum Ursprung: das Stehkragenhemd.

Zwischen den Welten.

Ein Hemd mit Stehkragen ist das einzige seiner Art, das allein aus technischen Gründen auf Krawatte oder Fliege verzichtet. Und wandelt damit gekonnt zwischen den Welten Business und Freizeit – und bekennt sich erst durch die Kombination (sei es zu sorgfältig konfektioniertem Sakko oder gelebter Jeans) bewusst in eine Richtung. Ein gut sitzendes Stehkragenhemd ist die gelungene Abwechslung zur Reihe der schon oft gesehenen Kent- und Haifischkragen und zählt zu den Grundelementen der Männergarderobe – und avanciert durch seinen Minimalismus nie zum Stilbruch. Zudem erspart es Ihnen morgens Zeit, da es Ihnen schlicht die Frage nach der passenden Krawatte abnimmt. Für die Präsentation knöpfen Sie den Kragen durch und lenken den Blick auf Ihr Gesicht. Gern tragen Sie dann eines aus Baumwolle in Univarianten in den Farben Weiß, Schwarz, Blau bzw. Dunkelblau oder Grau. Jene, die Sakkos gern körpernah tragen, wählen bei einem offiziellen Anlass gern ein kragenloses, einfarbiges Hemd in einem leicht taillierten Slim Fit. Tragen Sie dann den Kragen offen, wirkt das Hemd entspannt (das trifft vor allem bei Stehkragenhemden aus Leinen zu). Schön ist auch die Kombination, sobald Sie das Hemd (nach Belieben in Slim oder Regular Fit) unterm Pullover tragen und nur Kragen, Saum und Ärmelmanschette leicht hervorblitzen.

In stabiler, bequemer Höhe.

Für den guten Stand des Stehkragens wird um den Abschluss (Hemdrund) ein schmaler, gerader Streifen genäht (Queder). Ein zusätzlicher Tunnelzug verstärkt den Kragen und verleiht ihm Stabilität und Bequemlichkeit.

→ Tipp: Einen modernen Stehkragen erkennen Sie daran, dass er auf Höhe des Halsansatzes bzw. des Adamsapfels endet und weder einschnürt noch schlackert (bei einer gut sitzenden Kragenweite sollte zwischen Hals und Kragen ein Finger passen).

Hier drei weitere wichtige Formen des Stehkragens:

Offizierskragen

Ein Offizierskragen ist etwas höher als ein klassischer Stehkragen (maximal drei Zentimeter). Um seine Würde und Erhabenheit stärker hervorzuheben, wird er geschlossen getragen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Stehkragen liegt er am Hals stärker an.

Mao-Kragen oder Mandarin-Kragen

Etwas niedriger als ein Offizierskragen, aber ähnlich in der Wirkung ist ein Mao- oder Mandarin-Kragen. Am chinesischen Hofe waren ebensolche Stehkragen beliebt. Möglicherweise besitzen deshalb Stehkragenhemden bis heute immer eine leicht asiatische Ausstrahlung.

Kläppchenkragen

Eine förmliche Variante des Stehkragenhemdes ist der Kläppchenkragen. Er zählt beim Smoking zur Pflicht und zitiert durch Umschlagmanschetten höchste Formalität. Die Kragenform zeichnet sich durch kurze Schenkel aus, zwischen die eine Fliege passt (ist somit das einzige Stehkragenhemd, das Beiwerk zulässt, edel auch die Kombination mit Manschettenknöpfen) – angezogen fällt der Kragen nach innen ab.

Die Geschichte des Stehkragenhemdes.

Im 18. Jahrhundert tragen Männer zwischen Haut und Oberbekleidung eine weitere Schicht: Hemden aus robustem Baumwolltuch, die sie als Teil der Wäsche über den Kopf ziehen (und mit ihrer fehlenden Knopfleiste heutzutage als klassisches Schlupfhemd zu begreifen wären – quasi ein Vorläufer des heutigen Shirts). Einzig sichtbares Stück: der Kragen. Doch, während Stoff teuer und das Waschen von Hand schlicht aufwendig ist, wächst das Bedürfnis nach mehr Varianz am Hals. Es entstehen knöpfbare Kragen für Hemden (wie jener aus Papier von Ernst Mey, dem Gründervater von Mey & Edlich, der das Patent in Paris erwirbt und ihn ab 1867 international vertreibt), die an den Stehkragen angebracht werden. Einigen ist die Knöpferei allerdings zu aufwendig, geht morgens nicht schnell genug oder die Behandlung mit Stärke ist ihnen zu teuer, und sie tragen ihr Hemd kragenlos – das Stehkragenhemd trägt alsbald den Ruf eines Hemdes für den Werktag, ein klassisches Arbeiterhemd.

Übrigens in Irland so noch heute: Der längere Rücken des „Grandfather Shirts“ ist Indiz der harten Arbeit auf dem Feld, während der das Hemd beim Bücken nicht aus der Hose rutschen sollte.

Als dann in den 1920er-Jahren Kragen an Hemden angenäht und umgelegt werden, werden Hemden auch bezahlbarer. Und Arbeiter nehmen vom Stehkragenhemd Abstand. Dafür entdecken Smoking- und Frackträger ihn für sich. Und schließlich erkennen Literaten, Künstler und Idealisten die Ausstrahlung eines solchen Hemdes an – es folgen die Laufstege. Und, bis heute ist das Stehkragenhemd das wohl einzige Hemd mit vielfältigster Wirkung. Indem es die einzige Kragenform ist, die nostalgische Strenge ausstrahlt, bei Bedarf die Korrektheit uniformen Stils annimmt, zugeknöpft kreative Gradlinigkeit zitiert oder offen einfach lässig und entspannt wirkt.

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