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Das Wichtigste ist Leidenschaft.

Seit über drei Jahrzehnten ist der Name Doris Hartwich Synonym für exklusive Männermode. Mit ihrem Modelabel aus München zählt sie zu den festen Größen der deutschen Modeszene. Wir trafen sie in ihrem Atelier zum Interview.

DORIS HARTWICH BEIM FOTOSHOOTING IHRER KOLLEKTION. FOTO: HARTWICH.

Bereits 2018 wurde Doris Hartwich vom Verband Deutscher Mode- und Textil-Designer als Designerin des Jahres ausgezeichnet. Seit 2019 hat die Designerin an der Hochschule Campus M21 in München und Nürnberg einen Lehrauftrag. In München lebt und arbeitet sie, hier bekommen ihre Ideen konkrete Form. Und trotz dieses vollen Terminkalenders stand uns die Designerin für ein Interview zur Verfügung.

Frau Hartwich, seit über drei Jahrzehnten sind Sie eine feste Größe der deutschen Modeszene. Was ist wichtig, um auf Dauer erfolgreich zu sein?

Als Marke steckt per se in unserem Kern, einerseits Beständigkeit zu wahren und andererseits immer wieder mit innovativen Ideen zu überraschen. Dafür muss man sich als Designer immer wieder neu erfinden, aber sich selbst und seiner Handschrift dennoch treu bleiben. Man muss die Bedürfnisse des Marktes erspüren. Man muss neugierig bleiben. Aber das Wichtigste: Man muss Leidenschaft für diesen schönen Beruf und die Mode haben.

Thema Schaffensdrang: Wie behalten Sie ihn sich? Oder haben auch Sie mal „geplanten Leerlauf“?

Mein Designer-Gen ist unermüdlich. Egal wo, auch im Urlaub, suche ich nach Ideen. Das Straßenbild inspiriert mich oder im Gegenteil, ich sehe so viel Bedarf, Männern zu einer attraktiveren Erscheinung zu verhelfen. Es ist für mich eine nicht endende Herausforderung, gegen 08/15 -Looks in der männlichen Bekleidung anzugehen. Regelmäßige Pausen gibt es bei Kreativen nie, ab und zu Durchatmen schon, aber die Sehnsucht nach Inspiration schläft in mir nie.

Und was funktioniert für Sie am besten, um kreativ zu bleiben?

Mein Kreativbereich in meinem Atelier. Das Atelier ist für mich der immer geöffnete Garten blühender Ideen. Hier habe ich auch ein groß angelegtes Ideen-Archiv, das mich inspiriert. Außerdem liebe ich es, im Café zu sitzen und in inspirierenden Zeitungen zu blättern. Der Trubel und die Menschen um mich herum beflügeln meine Phantasien. Ich muss mich optisch reizen, um kreativ zu sein.

Rückblickend von der Gründung Ihres Labels 1985 bis heute: Welche Entwicklungen bis zum heutigen Mann haben Ihre Kollektionen am meisten beeinflusst?

Zum einen die Entwicklung zum Metrosexuellen. Dann natürlich die japanischen Designer mit ihrem Einfluss auf die Mode der 80er. Das waren meine Götter. Ebenfalls wichtig: Die Herausforderung, diese designerische Freiheit durch den Purismus der 90er zu führen. Kreativ besonders zu bleiben und doch abgeräumt zu entwerfen. Es war die Zeit der Kastration des opulenten Designs. Die nächste Herausforderung war, mit den Einschnitten nach Nine Eleven meinen Idealen treu zu bleiben. Und natürlich letztlich der Wandel in der Arbeitswelt in Richtung Digitalisierung: Er führte meine Arbeit massiv in Richtung Bequemlichkeit und sportlicher Eleganz.

Der Blick in die Glaskugel: In 5 Jahren wird Männermode…

...nachhaltig und trotzdem besonders sein. Der Anspruch an Individualität wird steigen. Das stereotype Design der Filialisten wird weniger werden. Langweilige Stangenware wird sterben.

Bei ständig wechselnden Trends ist es essenziell, als Label mit eigener Handschrift herauszustechen. Wie würden Sie Ihre Handschrift in einem Satz beschreiben?

Ich arbeite mit einer sehr eigenständigen Handschrift und folge gar nicht so sehr den vielzitierten Trends, im besten Falle setzt HARTWICH sie.

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