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Strixners geschnitzte Geschichten.

Sie ist Holzbildhauerin. 30 Jahre jung, in München geboren und ihrer Heimat treu geblieben. Hier hat sie ihr Atelier. Wir trafen Jessi Strixner vor Ort. Sie hat uns umgehauen. Der Blick präzise, in ihrer Werkstatt liegt der Geruch von frischem Holz, es hat schon beinahe etwas Meditatives, sobald sie das Schnitzeisen über das Holz surren lässt. Die Haare dabei locker wie nachlässig zusammengebunden. Das wichtigste Werkzeug? Ihre Hände. Und ihr Kopf für kreative Einfälle. Sobald einer gelingt, setzt sie den Schritt zurück, um das große Ganze zu sehen. Ihr Ergebnis: geschnitzte Kleidungsstücke. Wir trafen sie in München zum Gespräch.

JESSI STRIXNER BEI DER ARBEIT.

„Jessi, schön, dass Du Dir die Zeit nimmst. Erzähl mal, wie kamst Du darauf, aus Holz täuschend echte Kunstwerke zu erschaffen?“

Nach meiner Meisterschule habe ich komplett die Freude am Schnitzen verloren. Philipp Liehr, ebenfalls Holzbildhauer, hat mein Potenzial im Schnitzen gesehen und wusste genau, wie er mich wieder dazu bringt. Einfach meine Leidenschaft für Kleidung mit dem Schnitzen zu kombinieren.

WERKE VON IHREM FREUND PHILIPP LIEHR.

„Du arbeitest gerne mit der Motorsäge. Wenn Du sie in der Hand hältst, was bedeutet für Dich genau Mut? Was ist für Dich Leidenschaft?“

Die Hürde, eine Motorsäge zu benutzen, war sehr hoch für mich. Allerdings wurde es mit der Größe der Arbeiten schließlich eine Notwendigkeit. Ab dem Zeitpunkt musste ich es mir praktisch selbst beibringen. Bei der Motorsägenarbeit verspüre ich tatsächlich nicht so viel Leidenschaft, eher extrem körperliche Arbeit, hohe Konzentration und die Zufriedenheit, dass viel Masse relativ schnell abgenommen ist. Die Leidenschaft beginnt dann beim Schnitzen.

„Du schnitzt gern Tennissocken. Tennissocken haben modetechnisch einen faszinierenden Lauf hinter sich gebracht. Hoodies auch. Was fasziniert dich am Stück mit Kapuze?“

Einen Hoodie habe ich tatsächlich noch nicht geschnitzt. Allerdings hat auch der „Friesennerz“ eine Kapuze. Dadurch wird das Stück ausladender und technisch anspruchsvoller. Zusätzlich hat der „Friesennerz“ eine ähnlich spannende Laufbahn wie die „Tennissocke“ hinter sich. Von der praktischen Arbeitskluft hin zu einem modischen Kleidungsstück.

„Dein – wie wir finden – wirklich imposantes Meisterwerk ist eine geschnitzte goldene Jacke. Täuschend echt. Pi mal Daumen, wie viel Zeit hast Du in sie investiert?

Vielen Dank dafür, das freut mich sehr. Die Zeit in Tagen festzuhalten, ist sehr schwierig. Oft beginnt alles mit der Entwicklung der Idee im Kopf und wird dann erstmal zeichnerisch umgesetzt. Danach kommen die praktischen Dinge, wie z. B. Rohholz bestellen, das Holz weiterverarbeiten, verleimen, bis ich schlussendlich den Block, aus dem die Jacke entstehen wird, vor mir habe. Ich denke, die wirkliche Zeit, die ich mit Schnitzen verbringe, beläuft sich ungefähr auf 12 Tage.

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