In Nicole Eisenmanns Gemälde "Beer Garden With Ash" (2009) schimmern die Stimmungen älterer Bilder durch: die leuchtenden Ölfarben auf Leinwand erinnern an die fröhlichen Landgasthausszenen der Impressionisten, mitten im Geschehen befinden sich die bösartigen Karikaturen der Kriegsgewinnler und -verlierer wie sie sich in Berliner Kaschemmen der frühen Weimarer Republik trafen, aufgebracht wie durch den Pinselstrich von Dix, Grosz & Co. Am Ende wirkt das Ganze transformiert in eine imaginäre Versammlung verehrter Kultur­schaffender im Kaffeehaus Tableaux – als hätte Jörg Immendorff eigenhändig Bildregie geführt. Und hinten links der Mann im Streifenshirt: ist das nicht Picasso? Eisenmann hat die Idee des geselligen Gemeinschaftsbildes in ihre New Yorker Gegenwart übertragen und sich selbst ins Bild gesetzt (braune Haare, blasse Haut, blauer Pulli). Geschützt durch den Zaun, der sie von der wirklichen Welt trennt, fühlen sich die Personen zwischen Fremden doch ein gutes Stück zu Hause an einem Ort, an dem zwar mitunter viel geredet, aber meistens wenig gefragt wird und wo Freunde zusammenkommen, die "gar nicht so zeitgenössisch aussehen, wie ihr Habitus vermuten lässt", urteilt Welt
    Nicole Eisenman, "Beer Garden With Ash", 2009, Öl auf Leinwand.
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