Protest gegen Beschleunigung.

Die Modewelt befindet sich im Umbruch – immer mehr, immer günstiger zu kaufen und zu verkaufen, hat zu Kollektionen geführt, die sich immer ähnlicher sind und austauschbarer werden. Dabei geht die Kreativität und die Individualität der Modeschaffenden und der Modetragenden baden. Oder, wie ein Modeschöpfer sagte: Es fehlt der souveräne Umgang mit Einzelstücken, die irritierend sind.

Der Dandy von einst und heute beherrscht diese Kunst noch – denken wir nur an Oscar Wilde, Truman Capote und Tom Wolfe. Wer hätte gedacht, dass diese Haltung zum eigenen Auftritt zurückkehren könnte? Große Modekollektionen mischen nun wieder Ungewöhnliches miteinander –
geblümte Hemden zu Pullundern mit Argylemustern und gestreiften oder karierten Sakkos. Wer solche Einzelstücke im Schrank hat – selbst wenn sie lange nicht getragen wurden – sollte das Experiment ruhig mal wagen. Es muss aber nicht der ganz große Bruch im Outfit sein: Zum souveränen Umgang mit Einzelstücken hilft manchmal schon ein mutig kariertes Teil wie das Dandy-Sakko, um leicht zu irritieren, was nicht zu verwechseln ist mit dem Wunsch, aufzufallen. Denn darum geht es nicht. Die Irritation schafft der Träger für sich, nicht für andere.

Das Dandy-Sakko werden Sie nicht jede Woche tragen, aber überraschend oft und bis ans Ende dieses Jahrzehnts. In der kühlen Jahreszeit gern mit Jeans, blauem Pulli und coolen Boots, später dann mit T-Shirt und Sneakern – und hin und wieder, zur eigenen Überraschung, geschniegelt mit steifem Hemd, Krawatte oder Schleife und blitzblankpolierten Schuhen. Einfach gut angezogen.

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