Perfektion der Unvollkommenheit.

Polaroid SX-70 Kamera.
Polaroid SX-70 Kamera.

"Ein Foto bedeutet, dass ich von jeder Minute weiß, wo ich war (…) Das ist eine Art visuelles Tagebuch", so Pop Art-Künstler Andy Warhol, der ab den 1960er Jahren bis zu seinem Tod 1987 quasi ständig eine Polaroid-Kamera bei sich trägt. Als unermüdlicher Chronist seines Lebens macht er Sofortbilder von Freunden, Affären, Mäzenen, Prominenten, Unbekannten und sich selbst. Sein liebstes Werkzeug: die SX-70 von Polaroid. Wie andere Künstler und Generationen von Hobbyfotografen schätzt Warhol die Perfektion der Unvollkommenheit auf 108 x 89 mm. Jedes Bild: ein Unikat.

Die Retrowelle bringt die Sofortbild-Fotografie wieder an die Oberfläche und mit ihr die Erinnerung  an das hyperselektive Vorgehen beim Finden des richtigen Motivs. Und sie bringt uns den von Nina Hagen besungenen Schrecken des vergessenen Farbfilms wieder näher, bei dem plötzlich "alles blau und weiß und grün und später nicht mehr wahr" ist. So zumindest ergeht es uns, als wir den Finger auf den Auslöser der SX-70 legen. Der Reiz ihrer Technik liegt am greifbaren Ergebnis wenngleich die Fotos am Ende nicht so scharf sind wie die der klassischen Fotografie, sich die Fotos später häufig verfärben und der Preis für ein einzelnes Polaroid-Foto damals schon echt hoch ist. Viel Geld für wenig Foto, empfinden jene, die sich diesen Spaß nicht leisten können oder wollen. Alle anderen, die seinerzeit ihre Erinnerungen auf den Film bringen, werden heute, wo kaum mehr Zweifel am künstlerischen Wert der Polaroid-Fotos besteht, zu ihrer persönlichen Sammlung beglückwünscht.

Aus Verbundenheit zu den weiß gerahmten Bildern und begeistert vom "The Impossible Project", das historische Polaroid-Kameras originalgetreu aufbereitet, gibt es die legendäre SX-70 jetzt bei Mey & Edlich in limitierter Auflage.

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