Mey & Edlich Kultur-Tipp.

In Düsseldorf steht am ersten Februarwochenende alles im Zeichen der Fotokunst. An der sechsten Edition des Duesseldorf Photo Weekend beteiligen sich mehr als 70 Galerien, Museen, Institutionen und Off-Räume – ein Programm, eigentlich viel zu groß für ein Wochenende. Deshalb haben wir unsere Highlights für Sie zusammengestellt.

Los geht's im Stadtteil Bilk. Im Historischen Depot der Rheinbahn, Am Steinberg 35, findet "RAW_the decisive moment" statt. Die Ausstellungsmacher gehen der Frage nach, wie sich der entscheidende Moment ausnimmt, in dem das Motiv im Bild eingefroren wird. Einer von insgesamt über 60 Künstlern, die hier gezeigt werden, ist Walter Schels. Der Wahlhamburger ist leidenschaftlicher Erforscher der menschlichen Physiognomie. In seinen Arbeiten versucht er, das Wesen und die Persönlichkeit seines Motivs im Medium der Fotografie sichtbar werden zu lassen. Bekannt wurde Schels durch seine detaillierten Charakterstudien von Prominenten der Kultur- und Geisteswelt – und vor allem durch seine Reihe "Hände". Die Handflächen sind für Schels genauso ausdrucksstark wie das Gesicht.

1. Walter Schels, Haende © Walter Schels 2. Mark Dorf, Nebulous, 2015, archival pigment print, 81 x 101 cm © Mark Dorf

Mit der Bahn (Linie 701 und 709) geht es weiter nach Flingern, auf die Ackerstraße 23, wo Philine Cremer den New Yorker Mark Dorf zu sich in die Galerie geholt hat. Urbanes Leben im digitalen Zeitalter ist das Thema der Schau "Cityscapes". Mit seinen architektonischen Aufnahmen zwingt der Künstler den Betrachter zur Reflexion über die Datensammlung und Überwachung in großstädtischer Anonymität das Nichtvorhandensein menschlicher Spuren rückt die geometrische Formsprache und die cleanen Oberflächenstrukturen in den Vordergrund.

Alles andere als clean und anonym geht es im Café Hüftgold zu, nur 600 Meter die Ackerstraße hinauf. Der ideale Ort für eine kleine Verstärkung; selbstgebackene Kuchen sowie herzhafte Snacks kommen hier auf die Teller. Häufig ist etwas Geduld gefragt, es ist selten leer und Tische werden nicht reserviert.

Abschließend lohnt sich der Besuch im NRW-Forum, Ehrenhof 2 (mit dem Shuttle zu erreichen, der im 30-Minuten-Takt von der Ecke Birkenstraße / Ackerstraße abfährt). Unter dem Titel "Women on Street" zeigt das NRW-Forum zwei Weltstars der Fotografie, Peter Lindbergh und Garry Winogrand, dessen seltene Farbfotografien aus den 50er- und 60er-Jahren erstmalig öffentlich zu sehen sind. Das gesamte Programm mit allen Orten und Adressen finden Sie auf www.duesseldorfphotoweekend.de Und sollten Sie es nicht zum Duesseldorf Photo Weekend geschafft haben, es bleibt noch etwas Zeit, denn ein Großteil der Ausstellungen ist noch mehrere Wochen lang zu sehen.

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