Legendäre Streifen.

    Als das Ringelshirt (damals noch aus Wolle) von Saint James auf der Uniformliste französischer Seemänner landet, ahnt noch niemand, dass es Jahrzehnte später modische Relevanz erhält und diese dauerhaft behalten wird. Sein Aussehen ist vorgeschrieben bis ins Detail. Nach offiziellem Erlass endet das originale Wollstrick-Ringelshirt der französischen Marine am Oberschenkel. Es ist körpernah (damit der Seemann nicht riskiert irgendwo hängenzubleiben), nahtlos und rundgestrickt und hat einen engen Rundhalsausschnitt. Sein charakteristisches Merkmal ist natürlich das Blockstreifenmuster bestehend aus 21 weißen und genauso vielen blauen Streifen, die einer bretonischen Legende nach jeder für eine der 21 Schlachten steht, die die napoleonische Flotte gegen die Briten gewann.

    Mit der von normannischer Seemannskleidung inspirierten Kollektion bringt Coco Chanel 1913 das Shirt vom Bootssteg auf den Laufsteg. Das Streifenshirt wird populär und avanciert zum beliebten Mitbringsel der "Sommerfrischler", die die Nordküste Frankreichs besuchen – stets kombiniert zu weiten Leinenhosen. In "Der Wilde" (1954) kommt das Shirt schließlich an Marlon Brando auf die Kinoleinwand. In den 1960ern zieht es im links-intellektuellen Paris seine Kreise und wirkt an einem berühmten Maler wie dessen zweite Haut. Seit 1889 werden all diese Shirts in der Strickerei Saint James gefertigt – längst in verschiedenen Formen, weiteren Farben und den Jahreszeiten angepasst. Damals wie heute einfach gut angezogen.

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