Kunst mit dem Röntgengerät.

In Zeiten von perfekten Oberflächen schaut der Brite Nick Veasey hinter die gestylten Verpackungen und die auf Hochglanz polierte Außenhaut von Smartphones und Autos. Veasey macht Kunst mit dem Röntgengerät. Ob Menschen, Pflanzen oder Häuser, Flugzeuge oder Dinge des alltäglichen Lebens – mit seiner X-ray-Fotografie enthüllt er das Unsichtbare.

Auf einem ehemaligen Militärgelände, rund zwei Autostunden von London entfernt, hat sich der Künstler ein Areal erschaffen, das mit einem konventionellen Fotostudio nur noch wenig zu tun hat. Mit einer riesigen Apparatur aus den 1950er Jahren entdeckt er, was die Welt im Innersten zusammenhält. Zwischen unwegsamen Bleiwänden und geschützt von dicken Schiebetüren experimentiert Veasey mit Kobalt, Iridium und ionisierender Strahlung. Nicht ungefährlich, aber beeindruckend kraftschön sind die künstlerischen Produkte.

Die großformatigen Bilder setzt er häufig aus einer Vielzahl von Einzelaufnahmen zusammen, nachdem er die Objekte zuvor Stück für Stück mit dem Röntgengerät abgefahren hat. Seine Motive erinnern hier und da an die Fotogramm-Experimente von Man Ray (Rayographien) oder Christian Schad (Schadographien). Häufig allerdings ist auch die Wirklichkeit von Veasey "nur" arrangiert. Bei den Skeletten in den Bildern handelt es sich zumeist um künstliche Nachbildungen oder Körperspenden aus universitären Forschungszentren.

Und ausgerechnet dieser Künstler mit dem Ausziehblick macht nun gemeinsame Sache mit dem Berliner Modelabel Saint Noir. In freundschaftlicher Zusammenarbeit werden die Röntgenfotografien des Briten auf feine Baumwollshirts gesetzt. Wer die Kunst von Veasey, wie sie auch im Londoner Victoria & Albert Museum oder im Museum of Contemporary Art in San Francisco zu sehen ist, hautnah tragen möchte, findet zwei der schönsten Modelle jetzt bei Mey & Edlich. Einfach gut angezogen.


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