Mey & Edlich Buch-Tipp.

Neu erschienen: die Autobiografie von Ex-Kraftwerk-Musiker Karl Bartos.
Neu erschienen: die Autobiografie von Ex-Kraftwerk-Musiker Karl Bartos.

"Für mich gehört mein Leben und Musik untrennbar zusammen. Musiker zu sein ist kein Beruf, sondern eine Lebensform. Und eigentlich wollte ich schon lange ein Buch über mein Leben im Klang der Musik schreiben, nicht nur als Kraftwerker", sagt der 65-jährige Karl Batos über seine jetzt erschienene Autobiographie.

In  "Der Klang der Maschine" erzählt Bartos von seinem Leben: vor Kraftwerk, während Kraftwerk und nach Kraftwerk. Mit großem Respekt, aber auch mit analytischer Klarheit liefert Bartos auf 600 Seiten Musiktheorie, detaillierte Berichte von den Sessions im berühmten Kling Klang Studio sowie spannende Einblicke in das Innenleben der Band und in die Pop- und Musikkultur der siebziger und achtziger Jahre in Düsseldorf.

Seit Bartos' Bandeinstieg im Jahr 1975 entwickelt das Düsseldorfer Quartett jene unverkennbare Soundarchitektur, die die Band weltweit so einflussreich macht. Der klassisch ausgebildete Orchestermusiker ist bei vielen musikgeschichtlichen Meilensteinen von Kraftwerk dabei wie "Das Model", "Der Roboter" oder "Tour de France".  Die Band wagt es, anders zu sein als die Anderen, sie setzt als erste elektronische Synthesizer, Schlagzeuge und Verfremdungseffekte ein.

1991 verlässt Bartos die Band, weil er gemeinsam mit Ralf Hütter keine künstlerische Weiterentwicklung für Kraftwerk mehr sieht. Bis heute wird Bartos immer wieder mit Kraftwerk verglichen. Diese Zeit würde ihm nachlaufen wie ein Schatten, sagt er kürzlich in einem Interview.

"Der Klang der Maschine" ist das vermutlich einzige Buch, das man über Kraftwerk lesen sollte, weil es von einem Insider geschrieben ist. Erschienen im Eichborn-Verlag (605 Seiten, Hardcover € 26,-, ISBN: 978-3-8479-0617-9)

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