Anzugdreiteiler – comme il faut.

Als sich der Anzug Anfang des 20. Jahrhunderts als Kleidungsstück etablierte, bestand dieser offiziell aus drei Teilen: Sakko, Weste und Hose aus ein und demselben Stoff. (Zuvor trug man Gehrock oder später einen Cut, Weste und Hose aus jeweils unterschiedlichen Stoffen). Die Weste geriet über die Jahre ein wenig in Vergessenheit – mit dem aktuell herrschenden Anspruch jedoch, mit Kleidung immer auch ein bisschen Persönlichkeit auszudrücken, ist sie jetzt wieder öfter Teil der Männergarderobe. Neben der Weste als Statement, zeugt aber natürlich auch die Auswahl des Stoffs von Individualität. Für diesen Anzug hat der Designer von Cinque einen feinen Wollstoff mit einer stilisierten Variante des Armstrong Tartans gewählt, das auch tatsächlich quadratisch wirkt – es gibt Karos, die wie Streifen aussehen, was vor allem quer nicht unbedingt vorteilhaft ist.

Das Sakko hat ein schmales Revers, zwei aufgesetzte Taschen und eine Brusttasche außen, zwei Taschen innen. Seitenschlitze. Dis Kissing Buttons am Ärmel zeugen von echter Schneiderkunst. Ebenso wie die ungefütterte Verarbeitung einzig ein leichtes Ämalfutter erleichtert das An- und Ausziehen.

Die Weste ist neu und und doppelreihig geknöpft. Der unterste Knopf (mit rotem Faden angenäht) bleibt offen. Mit stoffgleichem Rücken, sodass sie oft auch ohne Sakko getragen wird. Mit zwei Leistentaschen und einem Riegel im Rücken zum Verstellen der Weite.

Die Hose ist mit einer schmal eingelegten, nach außen aufspringenden Bundfalte gearbeitet. Dazu zwei französische Taschen und zwei Gesäßtaschen. Schneiderbundverarbeitung. Tapered Fit, d. h. oben lässig weit, mit schmaler Bein- und Fußweite (32 cm). Der Dreiteiler ist ungewöhnlich, nicht ausgefallen und deshalb gut und oft tragbar. Einfach gut angezogen.

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