Hemdenweisheiten.

Gestreifte Hemden gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert. Vorher war ein Hemd weiß, und es galt als Luxus, wenn es sauber war. Denn man wusch sich in der Regel nur einmal pro Woche gründlich, und als vornehm galt, wer jeden Tag ein frisches Hemd trug. Die Hemdenstoffe waren dementsprechend eher grob als fein, damit sie das häufige Schrubben überhaupt aushielten. Bis 1900 gehörten Hemden zur Unterkleidung, wurden über den Kopf gezogen und waren gebunden oder maximal halb geknöpft, da Knöpfe teuer waren: Sie wurden aus Holz, Bein und später aus Perlmutt geschnitzt oder aus stoffbezogenem Metall gefertigt und waren kostbarer als der Hemdenstoff. Das durchgeknöpfte Hemd konnte erst erfunden werden, als die Knöpfe dank industrieller Fertigung preiswerter wurden.

Aber zurück zum Streifen: Fast zwei Jahrzehnte war er von den Laufstegen verschwunden, in den Geschäften schwer zu finden und all jene, die Karos nicht mögen, hatten ihr Leid. Doch jetzt werden Streifenhemden in der Männermode wieder angekündigt, weshalb heute der richtige Zeitpunkt ist, um zuzuschlagen und ganz an der Spitze der Bewegung dabei zu sein. Ob Business oder Familienfest – generell gilt: je breiter und auffälliger der Streifen, umso legerer der Anlass. Einfach gut angezogen.

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