Der Magie des Holzes auf der Spur.


    Rund sechs Jahrzehnte ist das Palisander-Holz abgelagert, das der Kunstschreiner Jean-Frédéric Fesseler in seiner Berliner Werkstatt an der schweren Drehbank bearbeitet. Das Holz mit dem schönen tiefdunklen Farbton stammt ursprünglich aus Ostindien. Der Vorbesitzer von Jean-Frédérics Werkstatt hatte das Exzellenzholz einst nach Moabit geholt, jedoch nie verarbeitet, gut aufbewahrt und damit im Laufe der Zeit den Wert des Werkstoffs steigen lassen. "So ein Holz ist auf dem freien Markt nur schwerlich zu bekommen", erzählt uns Jean-Frédéric, der neben dem "eleganten Teint" vor allem die Härte des Palisanders schätzt.

    Noch bevor es an die Drehbank geht, wird das Holz aufgeschnitten. Präzisionsbohrer sorgen für die Vorkehrungen der Messingbuchsen, die später die Graphitmine im Stift tragen. Auf das Drechseln folgt das Ölen. Bis zu fünf Mal wiederholt der Spezialist für handgemachte Schreibgeräte den Vorgang und schleift das Holz immer wieder mit Schleifpapier unterschiedlicher Körnung ab. Alles geschieht in sorgfältiger, traditioneller Handarbeit.

    Gelernt hat Jean-Frédéric sein Handwerk international: zunächst in Belgien, anschließend in Spanien. Am renommierten Institut Saint-Luc de Tournai lässt er sich zum Ebenisten ausbilden, wie die Bezeichnung des Kunstschreiners offiziell lautet. In Barcelona absolviert er ein Studium für Produktdesign, und in Berlin findet der gebürtige Halbfranzose schließlich das zu Hause für seine Manufaktur, das Atelier Fesseler. Hier entstehen neben diversen Stiften auch Möbel. Alle bisherigen Wirkungsstätten sind heute Namensgeber für seine exklusiven Schreibgeräte – sie heißen Lille, Barcelona, Berlin, London oder Paris.

    Die feinen Holzarbeiten sind auf der ganzen Welt gefragt: "Vor allem Architekten, Künstler und Designer interessieren sich für meine Stifte", so Fesseler. "Auf Wunsch graviere ich das Holz, um den Stift noch ein Stück individueller zu gestalten." Kürzlich hat Fesseler seine Schreibgeräte während der Ausstellung Handmade in Germany in New York ausgestellt. Die vom Direktorenhaus Berlin organisierte Schau ist eine Reise durch das moderne und traditionelle Deutschland der Dinge. Demnächst wandert die Ausstellung von New York nach Shanghai.

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