Born in nature.

Gerade einmal fünf T-Shirts umfasst die erste Kollektion. Hergestellt hat sie eine Frau, die in einem kleinen neuseeländischen Ort eigentlich Hochzeitskleider näht. Alle Shirts in einem Koffer verstaut, reist Jeremy Moon, damals junge Mitte zwanzig, quer durchs Land, stellt die Shirts aus reiner Merinowolle Verwandten und Bekannten vor, wird hier und da zunächst belächelt, aber nicht müde, von den Vorteilen der Wunderwolle zu überzeugen und legt damit den Grundstein für die Marke Icebreaker®. Heute ist das Unternehmen mit Sitz in Wellington nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von Funktionsunterwäsche aus Merinowolle und das Sortiment umfasst mittlerweile neben Unterwäsche auch Shirts, Jacken, Socken und Zubehör.

Aber nochmal alles auf Anfang. Mitte der 1990er Jahre hat Jeremy Moon gerade seinen Abschluss in Marketing in der Tasche, ist viel draußen unterwegs und trägt – typisch für die Zeit – Funktionsshirts aus Synthetik-Fasern. Eigentlich ein großer Widerspruch, findet Moon: sich beim Marsch durch die ursprüngliche Landschaft Neuseelands ausgerechnet in Plastik zu hüllen. Zudem ist er schnell angewidert vom üblen Geruch seiner Kleidung.

Eher zufällig begegnet er dem Merinofarmer Brian Brackenridge, der gerade seinen Prototyp eines Thermo-Shirts aus Merinowolle fertiggestellt hat. Moon ist auf Anhieb begeistert vom Shirt des Farmers und erkennt das Potential einer natürlichen Lösung für Funktionskleidung. Moon spürt, wie die Naturfaser auf seinem Körper das Klima reguliert. Wenn nötig, speichert sie Wärme; in Ruhephasen gibt sie diese an den Körper ab.

Die Faser, die von der Natur geschaffen bereits die gesamte Technologie in sich trägt, veranlasst Moon zur Gründung seines Unternehmens. Von dem Geschäft mit Textilien hat er keine Ahnung und Kapital besitzt er auch nicht. Dennoch hilft ihm sein Marketing-Talent weiter: Er überlässt Menschen die Teile seiner ersten Kollektion für Trageproben, erhält daraufhin gute Resonanz und weckt sukzessive den Bedarf. Mit Erfolg: Wer einmal Wäsche aus Merino getragen hat, darunter viele Extremreisende mit wenig Gepäck, weiß die Eigenschaften zu schätzen.

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