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    Amüsieren wie in den 1920ern.

    Bohème Sauvage – die Veranstaltungsreihe aus Berlin ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Verruchtheit und die Lust aufs Amüsement der feinen Gesellschaft. Eine Hommage an das wahre Nachtleben der Goldenen Zwanziger.
    Foto: Frederic Schweizer.

    "Es ist ein Spiel mit der Zeit, eine Reise in die Vergangenheit", beschreibt Mitorganisator Helmut Hellmund die Bohème Sauvage. Während die Zeitreise für seine Gäste nur eine (häufig sehr lange) Nacht dauert, lebt der Kostümverleiher daheim in Berlin "wie in einer Zeitkapsel" zwischen Antiquitäten von der Jahrhundertwende bis in die 1920er Jahre.

    Helmut Hellmund. Foto: Hendrik Schneller.

    Helmut berät Gäste in Stilfragen, hat bisher kaum eine Nacht der Bohème Sauvage verpasst und weiß, worauf es ankommt: "Auf einen glaubwürdigen Umgang mit der Mode der Zwanziger". Jeder dürfe in die Rolle schlüpfen, die ihm gefalle – "Bohemien oder Teil der bürgerlichen Mischpoke, faszinierende Halbweltsgestalt oder begabter Künstler, Hauptsache der Stil ist echt." Denn bei Bohème Sauvage wird die leichte Verderbtheit der wilden 1920er Jahre nicht inszeniert, sondern in Vollendung zelebriert, betont Gastgeberin Else Edelstahl im Gespräch mit Mey & Edlich.

    Else Edelstahl. Foto: Heinrich von Schimmer

    Über den Tresen gehen in des Nachts Reichsmark. Aus dem Glas fließen Absinth und Schaumwein und das Programm ist nicht selten pompös. Durch den Abend führt ein Salontenor, Bands fluten live die Säle mit New Orleans Hot Jazz und Swing. Und burleske Schönheitstänzerinnen bringen kokett ihr Publikum um den Verstand. Genussfreudige Paffer kommen im Zigarren- und Rauchsalon zu ihrem Vergnügen und im Casino können Gäste 50 Millionen Reichsmark setzen (diese sind im Eintritt inbegriffen). Wir wünschen Ihnen ein ausschweifendes Vergnügen beim Besuch der nächsten Bohème Sauvage.

    Foto: Heinrich von Schimmer.
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