"Blau dominiert, regiert, lebt."

    Obwohl der blaue Farbstoff nicht in der Natur vorkommt, kennzeichneten bereits die frühen Kulturen das Besondere, das Heilige und das Göttliche mit dieser Farbe. In Ägypten verwendeten sie den Halbedelstein Lapislazuli. Die Römer nutzten Kobalt, um kostbare Gläser zu kolorieren und im frühen Mittelalter wurden Königsmäntel mit der Waidpflanze gefärbt.

    In Goethes Farbenlehre heißt es über Blau: 

    Diese Farbe macht für das Auge eine sonderbare, fast unaussprechliche Wirkung…Wir sehen das Blau gern an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil es uns nach sich zieht.

    Ein kunstgeschichtliches Denkmal setzten schließlich Wassily Kandinsky und Franz Marc dieser Farbe, indem sie ihren Almanach Der Blaue Reiter tauften. Dass sich daraus eine der bedeutendsten Künstlergruppen des 20. Jahrhunderts entwickelte wissen Sie. 

    Einer, der vom Blau fast schon besessen war, erzeugte in der Mitte des 20. Jahrhunderts in letzter Konsequenz sein eigenes Blau. Unter Y.K.B ließ sich Yves Klein seine ganz persönliche Farbe patentieren. Dazu schrieb er:

    Blau dominiert, regiert, lebt. Es ist das Blau des Königs aller Grenzüberschreiter, das Blau der Fresken von Assisi. Diese volle Leere, dieses Nichts, das alles Mögliche umfasst, diese übernatürliche, ästhetische Stille der Farbe, die schließlich, jenseits von Anekdotik und formalem Vorwand, die unsterbliche Größe eines Giotto ausmacht.

    Die Kulturgeschichte der Farbe Blau endet nicht an der männlichen Garderobe. Traditionell ist die Farbe schon immer sehr angesehen gewesen auf Stoffen (s.o.) – modisch wird sie aktuell sogar "als das neue Schwarz" gehandelt. Denn Blaues wirkt nicht nur edel, sondern passt zu vielen Farben und Anlässen. Deshalb haben wir Ihnen hier eine kleine, aber feine Auswahl verschiedener Blautypen zusammengestellt.

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