Aus Alt mach Neu, mach Schön.

    Zweckentfremder: Dennis, Carsten und Michael vom Hamburger Label
Lockenglöt. (Foto: Cameron Lofhouse).
    Zweckentfremder: Dennis, Carsten und Michael vom Hamburger Label Lockenglöt. (Foto: Cameron Lofhouse).

    Upcycling ist eine der dominierenden gestalterischen Haltungen unserer Tage, der sich vor allem die junge Kreativszene verschrieben hat – nicht aus Sparsamkeit, sondern aus Achtsamkeit. Ganze Gegenstände oder auch nur einzelne Materialien, die ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen oder nicht mehr gefallen, werten sie durch eine neue Bestimmung wieder auf und führen sie zurück in ein zweites Leben. Im Unterschied zum Recycling, dem wieder in Umlauf bringen, liegt der Fokus beim Upcycling auf der Herstellung eines hochwertigeren Endproduktes.

    Bei UpCycle Berlin entstehen aus altem Berliner Bauholz puristische, robuste Möbel – Betten, Tische, Regale. Die Idee kam André während einer niederländischen Koproduktion. Seit dem schleift, hämmert, sägt und bohrt er mit einigen Künstlerfreunden in seiner Kreuzberger Werkstatt am Moritzplatz. Die Macher profitieren laut eigener Aussage von der Baulust Berlins.

    An das Holz zu kommen ist aber alles andere als einfach: "Ich bin ständig im Austausch mit den Baufirmen in unserer Stadt, das kostet viel Zeit", erzählt André. Dabei bringt der Tausch beiden Seiten Vorteile. Die Bauunternehmen müssten das Holz kostenpflichtig entsorgen, wenn es sich nicht mehr für die Baustelle eignet. Statt im anonymen Verwertungskreislauf zu landen, hauchen André und sein Team dem Material ein zweites Leben ein. In Handarbeit bereiten die Männer die Bohlen sorgfältig auf, bis die Oberfläche angenehm glatt und splitterfrei ist. "Die Spuren der Zeit bewahren wir und lassen dem Holz so seinen individuellen Charakter", erklärt André. Kratzer, Macken oder Brennstempel machen ihre Möbel zu Unikaten, die man im eigenen Online-Shop konfigurieren kann. Mehr Berlin geht nicht.

    Made in Hamburg gibt es bei Lockengelöt. Im Karoviertel entstehen in Carstens Werkstatt Schränke aus alten Ölfässern. Für Carsten und sein Team steht die Zweckentfremdung über allem. Als sie begannen, ausrangierten Ölfässern eine neue Bestimmung zu geben, sprach noch niemand von Upcycling. Mittlerweile sind ihre Uhren, Obstschalen und Aschenbecher aus Schalplatten, die so klangvolle Namen wie "Schall & Rauch" haben, ihre Schlüsselbretter aus Büchern (sogenannte "Schlüsselromane") und natürlich ihre Ölfässer in der ganzen Welt begehrt. Gerade, verrät uns Carsten, entwickeln die Hanseaten Manschettenknöpfe aus ausrangierten Skateboards. "Dazu verwenden wir den Querschnitt der Rollbretter. So kommen die Leimungen der weichen Hölzer richtig schön zur Geltung." Zu sehen gab es die Prototypen kürzlich auf der Hamburger Messe Nordstil.

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